Vorträge / Exkursionen
Der Förderverein bietet regelmäßig Vorträge zu historischen und aktuellen Themen rund um das Automobil an. Sie richten sich an eine interessierte Öffentlichkeit und finden normalerweise immer am ersten Donnerstag jeden Monats um 17 Uhr im August Horch Museum statt. Ferner bietet der Verein Fachexkursionen an.
Die Einladung zur jeweiligen Veranstaltung erfolgt per Email an in einem Verteiler aufgenommene Vereinsmitglieder und Interessenten. Eine Aufnahme in den oder Löschung aus dem Email-Verteiler ist jederzeit möglich unter der unten angegebenen Email-Adresse.
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist nach einer Anmeldung unter bernhard.klose@web.de möglich.
Für die Teilnahme an den Vortragsveranstaltungen wird ein Kostenbeitrag von 5,00 € p.P. erhoben.
Neu:
Ausgewählte Vorträge werden ab sofort auch auf dem YouTube-Kanal des Fördervereins gestreamt und können dort verfolgt werden!
veranstaltungen in 2026 - 2. Halbjahr
Referent:
Lars Leonhardt, Buchautor, Mitglied Gemeinnütziger Förderverein August Horch Museum Zwickau e. V
August Horch Museum Zwickau, Audistraße 7, Vortragssaal
Nach seiner Buchvorstellung "Wartburg-Automobile 1955 – 1965" im Dezember 2023 in unserem August Horch Museum wird Lars Leonhardt in seinem Vortrag insbesondere auf dem Wartburg 353 eingehen und ein dazu neu erschienenes Buch vorstellen. Lars Leonhard wurde 1976 in Schwerin geboren. Seit früher Kindheit begeistert er sich für Automobile. Geprägt durch Großvater, Vater und den Onkel, der eine Wartburg-Werkstatt betrieb, lernte er die Eisenacher Fahrzeuge in Theorie und Praxis kennen und lieben. 2007 veröffentlichte er sein erstes Wartburg-Buch. Seit 2009 leitet er das Kuratorium der Stiftung Automobile Welt Eisenach in der dritten Legislatur und seit 2016 ist er bei 79OKTAN als Redakteur tätig. Sein Forschungsschwerpunkt ist allgemein der Eisenacher Fahrzeugbau. Hier besonders die Wartburg-Automobile aus der DDR, wo er zu einem der anerkanntesten Fachmänner gehört. Im Hauptberuf ist er als Diplomingenieur in der Automobilindustrie tätig.
Ort:
August Horch Museum Zwickau, Audistraße 7, Vortragssaal
Wohl kaum eine Maschine ist ein derartiges Faszinosum wie die Dampflokomotive. Die offene Maschine, die vielen mit Dampf betriebenen, mithin zischenden und dampfenden Aggregate neben dem gut sichtbaren Triebwerk, sind der Inbegriff von Technik und Kraft. Wo sie auftaucht, wird sie bewundert und fotografiert. Ihre Entwicklung wurde etwa 1960 abgeschlossen. Die heutigen Fahrzeuge sind sozusagen alle Oldtimer. Es kommt aber keine davon mehr weg, zu viele Vereine und Museen gibt es. Die Wirkungsweise der Dampfmaschine ist, so meint man, bekannt. Zylinder, Kolben, Kurbeltrieb, Dampf aus dem Kessel von links, dann von rechts. Soweit, so gut. Aber wieso ist das in Wirklichkeit ein Viertaktprozess? Und was ist mit dem Leerlauf? Und sind auf dem Tender nur die Kohlen untergebracht? Und muss der Heizer nur tüchtig Kohle schaufeln? Wieso lässt man den Dampf nach der Arbeit im Zylinder einfach so entweichen? Und was ist mit dem Kesselstein? Und warum ist der Wirkungsgrad so schlecht? Und warum kam die Diesellok so viel später als der Dieselmotor? – Fragen über Fragen.
Der Vortrag geht etwas in die Tiefe der Technik der Dampflok und erklärt einige Zusammenhänge – bei weitem nicht alle – genauer, ohne die Anschaulichkeit zu verlassen. Er zeigt einen Teil der vielen pfiffigen Erfindungen, die in diese Maschine eingegangen sind. Aus der Vielzahl der Aggregate werden einige herausgegriffen und erläutert. Zum Beispiel der Kessel, die Kesselspeisung, das Abschlämmventil. Auch einiges zum Betriebsdienst ist zu sagen.
Der Vortrag wendet sich an alle Interessenten an Ingenieurskunst, entwickelt über 130 Jahre – und nun fast vergessen!
Referent:
Ort:
August Horch Museum Zwickau, Audistraße 7, Vortragssaal
Der ID.3 als erstes Elektroauto von Volkswagen, das in Zwickau seit gut sieben Jahren in Serie vom Band läuft? Mitnichten. Bereits nach der Öl Kriese, ausgelöst durch den Iran, bemühten sich zum Anfang der 80er Jahre alle deutschen Automobilhersteller erste Elektro-Autos zu entwickeln. VW hatte bereits 1970 die Abteilung „ZUKUNFTSFORSCHUNG“ gegründet und einen T2 elektrifiziert. Basierend auf diesen Vorarbeiten konnte dann zu Beginn der 1990er-Jahre im Fahrzeugwerk Zwickau das erste VW-Elektro-Serienfahrzeug, der sogenannte Citystromer gebaut werden. Ein vollelektrischer PKW in der Golf-III-Hülle. Gefertigt wurde allerdings nur eine Miniserie von 120 Stück, dann wurde die Produktion wieder eingestellt – der Akku war zu schwer, die Reichweite zu gering.
Ebenso wurde zu Beginn der 1990er-Jahre von Simson Suhl in einer Auflage von ca. 150 Stück der vollelektrische Hotzenblitz gebaut, ein Fahrzeug im Buggystyle, das von Grund auf als E-Auto konzipiert wurde. Auch das ist zu zeitig auf den Markt gekommen.
Ebenfalls wurde in Mittweida ein erstes elektrisches Taxi, der InnoVan Saxi, gefertigt. Ein Fahrzeug in der Größe eines Smart, welches bis zu 6 Personen transportieren konnte. Unser Referent konnte durch Recherchen in den Archiven der deutschen Automobilhersteller die bisher weniger bekannten Vorarbeiten der deutschen Elektromobilität aufbereiten. Daraus ist ein Buch entstanden sowie eine Sonderausstellung, die im April 2025 im Fahrzeugmuseum in Suhl von der WHZ als Hochschule für Mobilität organisiert wurde. Für weitere Infos zum Thema gibt es die folgende Website: www.elektro-oldtimer.com
Roland Reissig, Kirchberg, ehem. Laborleiter Kraftfahrzeugtechnik, Westsächsische Hochschule Zwickau
August Horch Museum Zwickau, Audistraße 7, Vortragssaal
Awtowelo, kurz AWO, war eine (Deutsch-)Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG bzw. SDAG), die hauptsächlich aus dem 1945 beschlagnahmten, enteigneten und umgewandelten BMW-Werk in Eisenach sowie der Jagdwaffenschmiede Simson in Suhl entstand. Zu Awtowelo gehörte auch das Entwicklungswerk für Automobilbau Chemnitz mit den Beschäftigten der ehemaligen Zentralkonstruktion und Zentralversuchsanstalt der Auto Union AG. Hier wurde zwischen 1949 und 1951 ein Rennwagen mit der Typenbezeichnung Awtowelo 650 (russische Bezeichnung Sokol 650) mit V12-Zylinder Viertakt-Vergasermotor und 152 PS entwickelt, von dem 2 Stück gebaut und in die Sowjetunion gebracht wurden. Sie kamen später zurück. Ein Exemplar befindet sich im Industriemuseum Chemnitz, es wurde nach 2000 an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) unter Leitung unseres Referenten rekonstruiert. Das zweite Exemplar, das zwischenzeitlich in Donington (England) war, ist im PS-Speicher in Einbeck ausgestellt. Roland Reisig informiert in seinem Vortrag über die Entwicklung des Rennwagens und die Rekonstruktion an der WHZ.
Prof. i. R. Dr.-Ing. Matthias Kolbe
Bernhard Klose
AG EX: Exkursion / Vortrag