Zeitzeugen  
 

Der Förderverein bemüht sich mit Zeitzeugenbefragungen um den Erhalt des Wissens älterer, verdienter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Automobilwerke Horch, Audi Zwickau, Sachsenring, WTZ Auto und der VVB Auto.
Die Interviews enthalten interessante und wichtige Einzelheiten zum Geschehen nach dem Kriege und zur Demontage in den Werken Horch und Audi Zwickau.
Produziert wurden in dieser Zeit Traktoren, Lkw wie der H3, der H3A und sein Nachfolger S4000, sowie die Pkw P240, IFA F8 und F9.
Das besondere Interesse in den Befragungen galt der Entwicklung und Produktion des Trabant und seiner Kunststoffkarosserie. Bedingt durch die Teilung Deutschlands gab es nach dem Krieg in der DDR kein Karosseriefeinblech. Alternative Lösungen mussten gesucht werden. Dabei wurde auf Rohstoffe gesetzt, die zumindest in der Anfangsphase, in der DDR in ausreichenden Mengen verfügbar waren und die den hohen Anforderungen des Automobilbaues entsprachen.
In ausgewählten Interviews berichten Zeitzeugen über die Vorgeschichte, die Entwicklung und Produktion des Trabant mit seiner Duroplastfkarosserie und zu den völlig neuen Reparatur- und Instandhaltungsproblemen.
Ganz besonders interessierten die Versuche zur Weiterentwicklung des Trabant. 16 Trabantweiterentwicklungen gab es. Alle wurden durch die Regierung der DDR vor der Serieneinführung gestoppt. Dabei wäre der P603 bei seiner 1969/70 geplanten Serieneinführung eines der ersten Kompaktautos gewesen. Erst 1973 kam der VW Golf und begründete die neue Kompaktwagenklasse.

Schwerpunktthemen der Befragungen waren:
Probleme in den Automobilwerken in Zwickau nach Krieg und Demontage.
Entwicklung, Produktion und Instandhaltung der Kunststoffkarosserie des Trabant.
Die leider nicht produzierten Weiterentwicklungen des Trabant.
Hinweise zum Gelenkwellenwerk, zu Mosel I, Rallyesport und Kombinat.


Für wissenschaftliche Untersuchungen und Forschungsarbeiten im Museum hat der Förderverein die Zeitzeugenberichte auf DVD gespeichert. Ablaufzeitbezogene Findungslisten zu 28 Themenkomplexen erleichtern die Suche auf den DVD.

In der Westsächsischen Fachhochschule Zwickau wurden zunächst mit 5 Gesprächsaufzeichnungen Verfahrenswege zur elektronischen Auswertung von Zeitzeugenaufzeichnungen untersucht. Ziel war eine schnelle Findung der gewünschten Themenkomplexe über eine größere Anzahl von DVD und die eventuell spätere Übernahme des gespeicherten Fachwissens in das Internet.
Vorerst sind die Ergebnisse dieser Arbeiten im PC des Fördervereins auf einer speziellen Festplatte einsehbar. Die Auswertung weiterer 5 Zeitzeugenaufzeichungen durch die WSH ist für 2012 vorgesehen.